Das Training startet….jetzt! 

Die Fähre nach Finnland für Ende März ist gebucht, die Pulka steht bereit. Das Auto hat eine Zusatzbatterie bekommen und kann jetzt gefühlt rund um die Uhr heizen. Gut, weil in Kuusamo wird es im März oft noch frisch nachts. Wenn dann morgens nach -20 Grad die eine Batterie in Schock erstarrt ist, kann hoffentlich Nr. 2 einspringen. Und das Auto hat ein maßgeschneidertes Schränkchen bekommen. Zu Peters Kummer ist keine Wand gerade,aber ich führe das auf mein asymmetrisches Auto zurück. Jetzt fehlt nur noch der Schnee für erste Trainingseinheiten. Fehlt? Tempusfehler. Fehlte! 

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Jugendleitercamp in Arco

Nach Skifoarn kommt Klettern

Diesmal war mir der bayrische Kultusminister ja eh schon hold, indem er mich zum Skilehrerinnenlehrgang geschickt hat. Gleich im Anschluss war dann das Jugendcamp des DAV in Arco. Zum ersten Mal in der nun vielleicht fünfjährigen Geschichte meiner ehrenamtlichen Tätigkeit im Verein kam ich erholt an, früh und nicht mit all den anderen armen Schulpflichtigen im Gepäck, die wie ich bis 13 Uhr tätig waren und nicht mal eben Urlaub nehmen konnten. Was für ein Unterschied!

Das Wetter war dann auch noch ein Traum und bei solchen Bedingungen waren Routen im 6. französischen Grad zum ersten Mal mit im Repertoire. Woah – ich bin stolz!

 

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Neue Heimat

Und auf einmal war sie da – völlig unerwartet. Die Sesshaftigkeit… ich habe ein Haus gekauft.

Im April dieses schönen Jahres wurde uns angekündigt, dass unser Haus verkauft wird. Überrascht und natürlich beunruhigt ließen wir die Besichtigung über uns ergehen – überrascht verließen die über 30 Interessenten die Bruchbude. Ein Haus, das mit falschen Marmor-Fensterbrettern, Portastüren, drei verbauten Bädern und einer kompletten WG verkauft werden soll, war nicht der Renner. Aber ich hatte mich schon vorher verliebt – als das Haus meine erste echte Heimat in Coburg wurde. Und so wurde aus der ersten Idee „Wir kaufen es zusammen mit dem Nachbarn!“ die Idee geboren, das Ding zu erwerben. Nun ist es November und es gehört tatsächlich mir. Also genauer gesagt der Bank, aber so genau wollen wir es gar nicht wissen. Und gleich ging es los mit den Vermieteraufgaben: Das Klo war leck. Wie es auch so ist in so einer Bruchbude – nichts entspricht einer Norm. So auch das Klo, das ein Standklo ist, bei dem der Spülkasten aufsitzt, denn sonst passt er nicht unter die Dachschräge. Dass es zwischen Badewanne und Wand passt, ist eh ein Wunder. Problem 1: Erledigt!

Alter Mist raus.

Wir warten – dum di dum – wir warten….

Ha! Günstiger und viel zierlicher als die Massiv-Variante von einem lokalen Badausstatter für ca. 900 Euro.

Die Durchreiche musste weichen – wer will schon vom Bett aus mit der Küche kommunizieren? Meine erbärmlichen Verputzerkünste müssen allerdings mit einem Bild kaschiert werden. Gut, dass ich gerade eines übrig habe:

 

Positiver entwickelt sich der Garten – trotz einiger Rückschläge gibt es dieses Jahr Salat, Himbeeren, Kirschen, Bohnen, Kürbis, Topinambur (kiloweise), Kräuter, Erdbeeren, Rhabarber, Kartoffeln, Brokkoli, Tomaten (4) und Zucchini.

Und ja – es macht Spaß… auch wenn meine armen Mitbewohner nun öfter über Einmachgläser stolpern oder in eine im völligen Chaos versunkene Küche eintreten, wo sie doch nur schnell wenigstens eine Herdplatte….

Größerer Act war dann die Renovierung des ersten Zimmers. Wir haben Spannendes entdeckt: Es gibt einen Dielenboden, aber das ist ein Projekt für eine andere Zeit. Es gibt dafür keine Isolierung im Dach. Heraklitplatten sind Sondermüll und da hilft auch kein Röckchen mehr beim Wertstoffhof. Insgesamt ist der Wertstoffhof ein Quell dauernder Heiterkeit – für mich, die nie mehr als 5 Euro zahlt. Nicht für meine Jungs, die stets höchste Preise zahlen müssen. Wertstoffhof ist ab sofort eindeutig Frauenaufgabe….

Wir haben unseren Maschinenpark stark erweitert, nur die Motorsäge fehlt noch. Aber die hat der Nachbar, der dann auch dem Apfelbaum den Garaus gemacht hat. Gerade noch rechtzeitig, war er doch innen schon komplett morsch. Kein Wunder, denn irgendein Idiot hat ihn mal im Laufe der Jahre einen Meter tiefer eingebuddelt als sein ursprüngliches Niveau. So hatte er wohl schon zu lange nasse Füße….

Es bleibt viel zu tun: Garten verteidigen gegen Giersch, Himbeeren, wilde Brombeeren und Ampfer, Fassade, Sandsteinsockel, drei Bäder und keines normal, bröselnder Putz, Styropor an den Wänden und Schimmel dazwischen – ein großes Abenteuer wartet!

Vorher


Nachher

 

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Mal was Neues: Ich will Skilehrerin werden!

Skifoahn - woa woa woa woa .... Im Kopf summt es noch immer ein bisschen vor sich hin, das Lied. Das Leiwandste, was man sich no vorstellen kann. Haja - in der Realität heißt das: Früh aufstehen, Frühstücken, sich in warme Klamotten werfen, unbequeme Schuhe anziehen und dann zum Skibus oder zum Auto eilen. Alles dabei? Als ich Skifahren gelernt habe, war Helm auf der Piste noch ein Fremdwort. Also - alles dabei? Der Helm macht den Rucksack unhandlich. Auf in die Schlange an der Gletscherbahn. Um uns herum zwitschern die Vögel, alles ist Grün. Alles? Nein - nicht alles. Braun herrscht vor, der Dreck auf dem Parkplatz ist unschön. Oktober ist vielleicht noch nicht die richtige Zeit für einen Skilehrerschein. 1200 m höher sieht die Welt dann anders aus - Schnee, Gletschereis, Eis am Stiel, Sonnenschein. Arbeit kann so schön sein!!! Nach drei Tagen Rückwärtsfahren, Kreiseln, Carven, Pflug, Pizza-Pommes-Stop und einbeiniger Ziehwegbewältigung (zur Übung! zur Übung!) dann am Donnerstag die Erlösung in Form eines freien Nachmittags (nachdem der geduldige Skilehrer festgestellt hat, dass wir alle nur noch "Pudding" seien). Ein freier Nachmittag kann nur bedeuten: Skifoahn! Und dann einen verfrühten Aperol Sprizz auf über 3000m, in der Sonne, allein, ohne irgendwelche Aprés-Ski-Aspiranten. Das war das Schönste am Skifahren!

 

 

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Altmühltalradweg in Bildern

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Altmühltalradweg

Die diesjährige Mutter-Kind-Kur war nach dem Drama der letzten Monate dringend nötig: Deshalb beschlossen meine Mutter und ich mit dem Rad einen Teil des Altmühltalradweges zu fahren. Der Weg hat viele Vorteile für Mehrtagestouren-Anfänger wie uns: Eine perfekte Infrastruktur an Hotels, Pensionen und Cafés, eine durchgängige Beschilderung und keine nennenswerte Steigerung. Was wir nicht wussten: Auch an jeder Ecke Automaten für Ersatzschläuche und regelmäßig E-Bike-Ladestationen. Das war nämlich das Schöne an der Tour: Während ich mit dem normalen Rad fahren würde, würde meine Mutter ihr neues E-Bike auf Herz und Nieren testen. Und so wurde eine 200 km lange viertägige Radtour zum Kinderspiel – zumindest, wenn der Ostwind mal nachließ. Wir starteten in Wendelstein, fuhren bis Schwabach zum Zug, verließen diesen in Treuchtlingen, von wo es noch einmal 50 km bis Eichstätt sind. Als nächste Station überzeugte Beilngries und den Abschluss bildete Kelheim, von wo es nur noch ein Katzensprung war bis zum Bahnhof in Bad Abbach. Auch zurück ging es mit der Bahn, was die einzige echte Herausforderung darstellte: Ein kaputter Fahrkartenautomat erforderte ein längeres Telefonat mit der Servicezentrale, es fehlte der Aufzug, um zum Gleis zu kommen, was eine Entlade-Aktion erforderte, eine ruppige Schaffnerin, die uns am liebsten als Schwarzfahrerinnen verhaftet hätte, weil wir nicht vor Anfahrt des Zuges bei ihr unser fehlendes Ticket anmeldeten (mach das mal, wenn du ein Fahrrad in der Hand hast und der Zug anfährt, sobald die Tür sich hinter dir schließt!), alle Züge kamen zu spät, bis auf den dringend benötigten Anschlusszug in Nürnberg, der pünktlich davonrauschte – ohne mich natürlich. Aber abgesehen davon eine tolle Tour bei genialem Wetter und bestem Essen!

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Neue Welten entdecken – ein holpriger Urlaub in Island

„Island wäre doch mal schön!“ – eigentlich war ich in den nordischen Ländern ja schon oft, aber noch nie so richtig, heißt: Mit Zelt und mitten drin in der Wildnis. Wir haben lange Bilder angesehen und Verbindungen gesucht, Reiseführer gekauft – ein tatsächlich lange nicht mehr durchgeführter Prozess des „Aneignens“ eines Landes. In den letzten Jahren war ich entweder der Nase nach unterwegs (Neuseeland, Schottland), der Straße nach (Nordkap), dem Kletterführer nach oder meiner Munro-Landkarte. Und in Schottland brauche ich eh keine Hinweise mehr. Also Island diesmal. Am besten eine oder mehrere der bekannten und eventuell eine eher unbekannte Trekkingtour. Die berühmten Namen locken: Myvatn, Hornstrandir, Landmannalaugar. Gebucht, geplant, gereist – doch dann kam die kurze, heftige Krankheit und der Tod meines Vaters dazwischen und irgendwie geriet darüber verständlicherweise die Planung ins Hintertreffen. Im Familienrat wurde dann beschlossen, dass die Beerdigung noch die zwei Wochen warten könne und ich konnte am Abreisetag mit dem Packen anfangen. Mit dabei war trotz der Kürze der Zeit dann schon alles – also fast alles. Der Trekkingführer lag noch daheim, was wir aber bereits nach einer halben Stunde Fahrt entdeckten. Erst fluchend, dann resigniert waren wir also nach einer Stunde wieder daheim. Beim zweiten Mal klappte dann alles und es konnte losgehen. Ob das vedur auch mitmachen würde? Im Nachhinein war das Wetter verblüffend reisefreundlich, weil fast immer trocken, aber machte uns doch den einen oder anderen Strich durch die Rechnung: Gleich in der ersten Nacht zerstörte der ständige eisige Wind die durch ein Sabbatjahr und 6 weitere intensive Outdoor-Action-Jahre gequälte Außenzelt meines geliebten MSR Hubba Hubba HP. Das äußere Material hatte im letzten Jahr bereits in Schottland einen Riss erlitten, der fachmännisch geklebt wurde. Aber offensichtlich war das keine Ausnahme. Die Notreparatur war unumgänglich und nun weniger fachmännisch mit einem Stückchen Zelthaut vom Zeltsack und Sekundenkleber. Aber nun war natürlich das Vertrauen vollends weg – und es war immer nur eiskalt und windig. Sollte man mit einem Zelt, das nur noch durch meinen Willen und ein bisschen Pergament zusammengehalten wurde, die Überfahrt nach Hornstrandir wagen und dort bei Schnee und Eis weitab der Zivilisation im heftigen Nordwind zelten? Die nächsten 1000 km bis Isafjördur waren von dieser Diskussion geprägt. Kurzer Vorgriff: Wir haben es nicht gewagt, das tapfere Zelt hielt brav bis zur letzten Nacht – nach der war aber klar – das wars nun mit unserer gemeinsamen Reise. Also musste Plan B her: Myvatn, dort eine Trekkingtour. Und siehe da: Plötzlich lief alles wie am Schnürchen. Vom Myvatn kann man bis zum Viti-Krater laufen und dann in einem großen Bogen über und durch bzw. an mehreren Lavafeldern verschiedenen Alters entlang zu einer Schäferhütte und dann wieder zurück zum Ausgangspunkt. Dabei kommt man an irren Lavaformationen vorbei, durch kilometerweit schwarze Steinwüste, gefolgt von einem grünen Tundragebiet, nur um dann wieder im Schwefelgestank des Viti-Kraters und der benachbarten Solfatarenfelder zu landen. Das war letztlich dann auch der Höhepunkt unserer Tour. Nun war Zeit, zu überlegen, wie die letzte Woche gestaltet werden sollte. Und der leicht irrwitzige Plan, der sich herauskristalllisierte, bestand darin, mit dem Mini-Leihwagen die Kjalvegur-Straße zu fahren. Früher als F35 tituliert, sind mittlerweile PKW-Durchfahrten möglich. Langsam. Möglich heißt nicht unbedingt „mit einem Mietwagen erlaubt“. Das haben wir dann bei km 89 von 180 im Kleingedruckten des Mietautos entdeckt. Da lagen dann allerdings bereits mehrere Stunden Schritttempo im Vulkansand und über Schotter von Kindskopfgröße hinter uns. Und wir hatten keine Lust auf Umdrehen. Engagierte Nachfragen beim Personal in Hvervellir ergaben: Die südliche Strecke sei problemlos befahrbar. Haja – wie die Schotten 10 Grad Celsius als „Sommer“ empfinden, so empfinden die Isländer Straßenverhältnisse auch etwas anders als Zentraleuropäer. Von 20 Uhr bis 1 Uhr nachts brauchte unser Winzling für die restlichen 90 km bis zum Zeltplatz. Dafür bin ich jetzt also mal wieder gefühlt offroad als Beifahrer ängstlich am Sitz festgeklammert gefahren….

Island – ist definitiv nochmal eine Reise wert. Ich würde allerdings das nächste Mal definitiv vorher das Zelt ersetzen gegen ein sturmstabileres, und mehr Mehrtagestouren machen. Wir haben unsere erlaubten 2800 km völlig ausgereizt und vor lauter Sitzen tat uns alles weh. Ungeklärt bleibt nur die Kartenfrage: Wie soll man in einem wüsten Land eine Wandertour beginnen und enden, wenn man keine Karte hat und die Beschreibung lautet: „Beim Parkplatz des Hotels beginnt der Wanderweg“, wenn aber das Ziel des Weges im Nebel verborgen ist und es kein Hotel des Namens mehr gibt? Da müsste dieses Land noch ein bisschen nachlegen, ehe ich mich voll hineinstürzen würde. Nichtsdestotrotz: Ein tolles Land!

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Aunty Petra – Tante sein. Oder: Mein 1. Kindergeburtstag

Lina wird vier. Sie darf vier Gäste einladen. Um die versammelte Partygemeinde (4 Kinder haben vier Mütter, die wiederum kleine Kinder haben) zu versorgen, laufen die Vorbereitungen auf Hochtouren. Und ich entdecke neue kreative Seiten an mir… zu spät fiel mir auf, dass ich den Karamell-Kern in den Muffins vergessen habe. Der hätte zumindest fünf Minuten für Ruhe gesorgt 🙂

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