Coromandel in three days

Coromandel war unser Testgebiet. Die Halbinsel ist dafür bekannt, dass sie ein Touristenmagnet ist – nicht so Anfang Oktober. Peter wollte einen Steinbogen photographieren (bei Sonnenaufgang – oh weh) und ich wollte wandern und habe auf Puhutukawa-Bäume gehofft. Haja – beim Steinbogen waren wir zu spät, die Hütte der Wanderung war ausgebucht und ich war unfit, und die Bäume sind klar erst ab November rot. Schön waren sie trotzdem und als Testgebiet für uns und das Auto war es auch super. Wir waren danach dann gleich noch einmal einkaufen und haben für uns beschlossen, dass wir weder Great Walks angehen werden noch dauerhaft mit den anderen Freedom Campern um diese Stellplätze kämpfen wollen. Noch ist Vorsaison und schon ist nachmittags alles voll. Deshalb war heute großer Ortswechsel angesagt: Wir sind auf dem Weg zu den Kletterfelsen um Wharepapa, wo, wie Bryce, Besitzer von Bryce’s Café und Klettergeschäft uns endlich die lange gesuchten Kletterführer verkauft hat und gemeint hat, dass er vermutlich in Neuseeland der einzige von einem Kletterer geführte Sportladen ist. Mag sein. Wir haben bislang nämlich nur Unsinn in den Läden gefunden. Nun wohnen wir also im Kletter-Camp auf dem Gelände einer winzige Dorfschule und haben neben einer kalten Dusche auch noch ein eigenes Spielgerüst und einen Pausenhof sowie ein Schwimmbad. Leider zu kalt für ein paar Runden!

Coromandel was the test piece for us and the car. The peninsula is quite popular with Tourists – and this was only off season. We got up there with the plan to take a picture of Cathedral Cove at sunrise, to hike up to the Pinnacles and to see Puhutukawa-trees. Well – the stone tunnel wasn’t lit by the morning sun (the alarm rang well before 6 am), the hut was fully booked when we eventually had made up our minds (but since I was feeling unwell for a couple of days this was no big issue) and the trees are called christmas trees for a reason – there were about three red flowers on the whole to be seen. We also tried freedom camping spots and quickly realised that we don’t want to be in competition with all those other people who constantly look for those places. So we ended up buying a backcountry hut pass, quit the idea to walk one of the great walks and went to Wharepapa, where Bryce owns (in his own words) „probably the only climbing store that is run by a climber“ to get guide books, which we had been hunting for for a while now. So now we camp in the backyard of a little school, which is quite funny for a teacher like me. So for tonight we have not only a playground, a cold shower and an outdoor kitchen but also a school yard and a swimming pool for us. A bit too cold for a swim though!

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Of cars and men – Von Männern und Autos

Wir haben ein Auto gekauft. Dies war nach meinen Erfahrungen vom letzten Mal, den massiv verschärften Bedingungen für wildes Campen mit Auto und dem tatsächlich höheren Alter meinerseits die sinnvollste Lösung. Es gibt Buy-back-Deals – man kauft ein Auto mit dem Versprechen, es dann wieder dem Verkäufer zu einem vorher ausgemachten niedrigen Preis zurückzuverkaufen. Wir haben die Webseite von kiwiroadtrips in Taurange gefunden und bei Karen und Pete ein Auto mit Bett und der nötigen Freedom-Camping-Zertifizierung erworben. Das sieht dann so aus, dass man einen Frisch- und einen Abwassertank mit sich führen muss, eine Toilette und einen verschlossenen Mülleimer. Und das ist genau das, was unser Toyota Liteace, Baujahr 1995, an Bord hat. Wir haben allerdings nicht vor, das Portaloo zu verwenden und sind daher an Campingplätze gebunden, die eine öffentliche Toilette haben. Wir haben das Auto vor drei Tagen geholt und sind begeistert: Das Bett ist riesig, es fährt sich trotz seines biblischen Alters unglaublich angenehm und dadurch, dass man quasi vor den Rädern sitzt, ist immer klar, wo das Auto endet: Direkt an den Zehenspitzen. Außerdem sitzen wir auf dem Motor (grad noch toll, weil warmer Hintern) und haben – und das ist das absolut Beste: nicht nur ein sondern ZWEI Schiebedächer. Soweit so gut. Bislang gab es allerdings kaum einen Tag, an dem Peter (als fanatischer Frontscheibenwischer) nicht an dem guten Ding herumgedoktort hätte. So wurden als Erstes die Scheibenwischer getauscht (die aktuellen Modelle hatten nur getauschte Gummis, die mehr oder weniger fachmännisch mit Draht am Gestell befestigt waren. Wischen war ihnen fremd. Mit guter Sicht nach vorne haben wir die Ausstellfenster auf Herz und Nieren hinten getestet, mit dem Erfolg, dass wir sofort eine der 25 Jahre alten Schrauben, die die Fenster befestigen, verloren haben. Nun war das Auto also hinten immer offen und der Staub (wir mussten natürlich gleich ein paar wilde verlassen Dirtroads fahren) kam ungehindert rein. Mit Hilfe des winzigen Dorfbaumarktes in Coromandel, einem technisch versierten Nicht-Englisch-Sprechenden, einer technisch unbegabten Englischsprechenden und einer netten und willigen älteren Angestellten, die in den unzähligen, mit Hand beschrifteten Dosen und Döschen herumkramte, konnten wir das Problem zufriedenstellend lösen. Mittlerweile haben wir den ersten Tag hinter uns, an dem wir nicht gebastelt haben, und können sagen, dass es eine coole Karre ist. Und unter Sternen schlafen war leicht wie nie…

We have bought a car. Having been in that same situation before (and been lucky to find that reliable Honda Civic, which was first registered on the day of my birth, but would be 25 years old now – much younger than I am), in reaction to the nowadays quite strict rules concerning freedom camping and also because of the fact that this time I am definitely not 25 anymore, we got our car beforehand. There is a company called kiwiroadtrips, who take old cars and make them fit for the self contained certificate. That basically means that we have a tank for fresh and waste water, a portable toilet and a rubbish bin with a lid on board. Since we don’t intend to use the toilet, we are restricted to go to places that have a freedom camping sign and a public toilet. Three days ago we picked up the car at Karen and Pete’s place and are very happy with the old chap. It is a Toyota Liteace, 25 years old, has a huge bed inside (plus the aforementioned amenities like running water) and – which is surprisingly great: not only one but two moonroofs. Since we picked it up, we are testing it and have had a few minor repairs done yet. The swipers were not to Peters taste at all – even though they had a nice improvised threat holding the gum part onto the rusty metal bit. Not with Peter, who at home runs through swipers in shorter time than I through a bag of coffee. So we got these new. The next two days we spent on dirt roads in Coromandel, only to find out that one of the windows in the back has lost a screw, so it did flap instead of close. You could basically at all times get into the car without any trouble. At the tiny hardware store in Coromandel, the three of us (Peter – trying to describe the technical things he needed in German to me, who could not really understand him nor properly translate these technical items and the lovely old lady in the store, who ran from one corner to the next to dig in tiny self labeled boxes and jars for round things and screws of different sizes) managed to fix something that is not easily undone from outside and that does the same job as the old screw. So we drove on very happily and have been happy ever since (fingers crossed!): The old car is very easy to drive, you know exactly where it ends since you sit right on top of the wheels and you sit also on top of the engine, which means a warm bum for me. Very nice given the actual temperatures! And sleeping under the moon has never been easier!

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Hostelling International – und es wird nicht besser

Es ist passiert: Nachdem ich mich in Japan geschickt rausgewunden habe und meist ziemlich günstig Zweibettzimmer in weitgehend anonymen Hotels gebucht habe, falls es keine Campingmöglichkeit gab, war es in Auckland damit vorbei. Es ging zu Choice Backpackers, einer 9-stöckigen Absteige in Spuckweite der Queens Street und nahe am Flughafenbus und nahe am Bus nach Tauranga, wo wir das Auto holen wollten. Es war einfach nur praktisch. Und nebenbei eines dieser international (also hauptsächlich von jugendlichen Europäern, die das erste Mal ohne Mama leider oft gleich ein ganzes Jahr lang Urlaub machen). Der Mann an meiner Seite war zutiefst irritiert. Dies begann bereits in der Lobby des Hotels, wo sich gerade zwei Tätowierte und ein paar Mädels bereit machten, „Let it be“ auf der Gitarre anzustimmen. Es steigerte sich beim ersten Besuch in den Waschräumen, die zum einen (aus deutscher Sicht) katastrophal geplant, dann aber auch völlig heruntergekommen sind, obwohl sie dreimal am Tag gereinigt wurden. Die Krönung war für Peter allerdings gekommen, als wir um 6.30 Uhr am Morgen zum Frühstück machen gingen und in der Küche eine deutsche 19-Jährige auf dem Boden saß, die zwischen Kichern und Sprüchen a la „Wenn ich betrunken bin, bin ich halt so“ in einen Taco biss und mit den anwesenden gleichalten Spaniern flirtete. Ihr deutscher Begleiter war ein bisschen belämmert dabei. Eigentlich alles ganz normal, aber für Peter nagelneu und alles recht unverständlich. Gut, dass wir einen Tag auf einer tollen Vogelinsel (Tiritiri Matangi) verbrachten und am Folgetag in aller Herrgottsfrühe abreisten. Gut auch deswegen, weil am zweiten Tag ein Zettel am Nachbarzimmer hing, der die Insassen (oder Bewohner) dazu aufforderte, alle Besitztümer außer den Schuhen in Plastiktüten zu geben, die auf Rechnung des Hostels gewaschen werden, das Zimmer inklusive der Schuhe für 24 h nicht benutzbar sei, da es desinfiziert werde. Ich wollte dann auch schnell weiterziehen. Gut, dass wir nun das Auto abgeholt haben und gut, dass diese Reisetage nun vorbei sind.

 

Eventually it happened: Peter got his first experience with the young travellers in an international backpacker hostel. So far I managed to keep these two apart and have booked quite anonymous hotels and never with a shared kitchen, mostly with an en-suite bathroom. But in Auckland we needed something central, close to the airport bus, the local bus service and to the stores. So we ended up in the 9 storey building of the Choice Plaza Hotel. When we got into the lobby, there were a couple of guys with cool tattoos and their guitars and little girls from around the world preparing to sing „Let it be“ or something similarily adequate for the situation. We got into our storey and checked out the bathrooms first, which were either not well maintained or probably simply not fitted out for the purpose of dealing with a lot of young drunk people and heaps of water. Even though they were actually cleaned three times a day – you didn’t want to touch anything without good reason. But the best (or worst) situation came up, when we got up at 6.30 to get some breakfast in the communal kitchen and found a young german girl sitting right in the middle of the entrance to the kitchen (for nine storeys of rooms and people) giggling, eating a cold Taco and splurting out important things like „When I’m drunk, this is how I am“. Aye well. I have seen so much of this during my travels, that I can’t really be bothered, but for Peter it was completely new. It took a couple of hours to talk this through. „Why would you do something like that?“ – well, I don’t know. But I am glad, that those days of travelling are over and we have now gotten our car.

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